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Software & Digitalisierung

Was kostet Individualsoftware — und wann rechnet sie sich?

Zwischen einem internen Tool für 8.000 € und einer Plattform für 250.000 € liegt dieselbe Frage: Was soll die Software können — und was kostet es, sie NICHT zu haben? Hier sind die ehrlichen Spannen und die Entscheidungslogik.

Realistische Preisspannen 2026

Kleine interne Tools (ein Prozess, wenige Nutzer, z. B. ein Kalkulator oder eine Datenerfassung): meist 5.000–20.000 €. Mittlere Lösungen (Kundenportal, Buchungssystem, Schnittstellen zwischen Systemen): 20.000–80.000 €. Vollwertige Plattformen mit mehreren Nutzerrollen, Zahlungs- oder Vertragslogik: 80.000–250.000 €+.

Dazu kommt der Betrieb: Rechnen Sie jährlich mit etwa 15–20 % der Erstellungskosten für Wartung, Updates und Weiterentwicklung — Software ist ein Produkt, kein Projekt.

Die Spannen sind groß, weil der Preis nicht an „einer App“ hängt, sondern an Rollen, Prozessen und Integrationen: Jede Nutzerrolle, jeder Systemanschluss und jede Ausnahme im Prozess ist Arbeit.

Individual oder Standard? Die ehrliche Entscheidungslogik

Standard-Software gewinnt, wenn Ihr Prozess normal ist. Individualsoftware gewinnt, wenn Ihr Prozess Ihr Wettbewerbsvorteil ist. Die Prüffragen:

Verbiegen Sie Ihren Prozess für das Tool — oder das Tool für Ihren Prozess? Dauerhaftes Verbiegen kostet täglich Reibung
Zahlen Sie Lizenzen für 80 % Funktionen, die niemand nutzt?
Ist der Prozess differenzierend (Angebotslogik, Kundenportal, Datenauswertung)? Dann gehört er Ihnen — nicht einem Anbieter
Wie viele Stunden Handarbeit pro Woche würde eine passgenaue Lösung ersetzen? (Ab ~5 h/Woche wird es schnell rechenbar)
Was passiert bei Kündigung des Anbieters mit Ihren Daten und Abläufen?

Die Rechnung an einem typischen Beispiel

Ein Mittelständler ersetzt eine Excel-basierte Auftragsabwicklung (3 Mitarbeitende, je 6 Stunden Handarbeit pro Woche, 45 € Vollkosten je Stunde) durch ein passgenaues Tool für 35.000 €. Die gebundenen Kosten von rund 42.000 € pro Jahr sinken um etwa 80 % — die Software amortisiert sich rechnerisch in gut einem Jahr, ohne Folgeeffekte wie weniger Fehler und schnellere Durchlaufzeiten mitzuzählen.

Merksatz: Individualsoftware ist teuer im Einkauf und billig im Besitz — Standard-Software ist billig im Einkauf und teuer im Kompromiss. Gerechnet wird über die Nutzungsjahre, nicht über den Angebotspreis.

Der klügste Einstieg ist fast immer ein MVP: die kleinste Version, die einen echten Prozess vollständig trägt. So entsteht Nutzen ab Monat drei — und jede Ausbaustufe wird mit realem Feedback entschieden statt am Reißbrett.

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Häufige Fragen

Warum sind die Preisspannen so groß?

Weil „Software“ alles sein kann. Preistreiber sind Nutzerrollen, Schnittstellen, Ausnahmefälle im Prozess und Anforderungen an Sicherheit und Skalierung — nicht die Anzahl der Bildschirme.

Was kostet die laufende Wartung?

Als Faustwert 15–20 % der Erstellungskosten pro Jahr — dafür bleibt die Software sicher, aktuell und entwickelt sich mit dem Geschäft weiter.

Lohnt sich das schon für kleine Firmen?

Ja, wenn ein konkreter Prozess messbar Zeit frisst. Kleine, fokussierte Tools ab 5.000–15.000 € haben oft die schnellste Amortisation im ganzen Digitalisierungs-Werkzeugkasten.

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